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von philipp baldermann // um 09:25 uhr was passiert wenn man eine unternehmensmarke mit einer anderen marke kreuzt, sie nach jahren intensiven budgeteinsatzes und aufwendiger markenarbeit wieder trennt und in ein wiederrum neues markengewand taucht? wer es wissen will, sollte sich die neue marke »daimler« mal genauer ansehen.
da wundert sich der verwirrte verbaucher schon ein bischen: die 1998 fusionierten unternhemen chrysler corporation (usa) und die daimler-benz ag (deutschland) bildeten die neue daimler chrysler ag. nach nun neun jahren intensiven versuches die neue dach- und unternehmensmarke zu positinieren, die unternehmen und kulturen zusammenzuführen sowie die nutzung der synergien trennte sich daimler von chrysler und verkaufte 80,1 prozent an die investmentgesellschaft cerberus. ergebnis: die daimler ag.
soviel zum rechtlichen. nach neun jahren hat man also neben dem gescheiterten versuch der dachmarke daimler chrysler nicht nur viel energie verbrannnt, sondern auch den benz in der marke verloren. ist das nun die konsequente rückkehr zu den eigenen wurzeln? immerhin war es gottlieb daimler, der sich erstmals 1883 die patentrechte für einen »gasmotor mit glührohrzündung« sicherte. erst in den zwanzigern wurden aus daimler und benz 1928 aus wirtschaftlichen und strategischen gründen die daimler benz ag. und nun kommt der konzern zu seinen ältesten wurzeln zurück und firmiert wieder unter dem namen »daimler«. konsequent oder mathematisch korrekt?

die nun gelaunchte imagekampagne versucht nun die daimler-benz-chrysler typischen imagewerte auf die neuen marke »daimler« verlustfrei zu übertragen. unternehmenstypische werte wie sicherheit, zuverlässigkeit, innovation wünschen mitarbeiter, kunden und partner dem neuen unternehmen. da stellt man sich die frage, ob man sich das ganze nicht hätte sparen können. kann eine markenfusion rein mathematisch funktionieren? können markennamen wie familiennamen bei der eheschließung behandelt werden? lassen sich marken überhaupt »addieren« oder muß nicht zwangsläufig etwas neues aus derartigen paarungen entstehen?
ich für meinen teil halte dieses »markenrechnen« für einfallslos und langweilig. schon bei fujitsu-siemens, sony-ericsson und siemens-benq hat man sich als verbraucher gefragt, ob die markenherstller so eine bescheidene meinung über unser markenverständnis haben. bei daimler wiegt das ganze etwas schwerer, weil der fehler warscheinlich schon beim erstmaligen addieren gemacht worden ist. irgendwie fühlt sich die neue marke beschnitten an - als etwas nicht ganzes.
da sollte man sich doch von marken wie zum beispiel infineo oder dem telekommunikationsunternehmen o2 inspirieren lassen. hier wurden neue konzepte entwickelt, das neue markengesicht bewusst den neuen markenbausteinen angepasst und letztendlich etwas neues geschaffen.
bleibt festzustellen: sind wir gespannt wie lange das massenhirn braucht, um die neuen dach-unternehmensmarke »daimler« als festen bestandteil in der automobilen welt zu akzeptieren und die markenmathematik wieder einmal gesiegt hat.
blogpost links: die neue kampagne der daimler ag die geschichte der marke daimler bei wikipedia
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rene götzenbrugger // 081007 |
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ganz klar: daimler+chrysler = daimlerchrysler. daimlerchrysler-chrysler = daimler. mercedes + benz = mercedesbenz. kann man nur hoffen das die drei nicht fusionieren = daimlermercedesbenz³ ;-))
da lobe ich mir doch den guten alten schokoriegel: aus rider wurde ja auch twix und nicht rider-chrysler. (oder so ähnlich).
manche machen dies zwar inhaltlich falsch aber namentlich richtig. schon nach einem monat scheiterte die fusion zwischen deutscher und dresdner bank. entweder waren die agenturen noch nicht soweit oder es gab noch keinen neuen brand oder namen obwohl sich "deutsche dresdner" gut angehört hätte.
aber schön wenn papier geduldig ist und marken wie daimler, daimlerchrysler - benz, oder wie auch immer, genug mittel übrig haben die werte- und markennamentrommel "alle jahre" lustig neu zu rühren...und unser gehirn damit stopfen: denn eines haben sie immerhin wieder geschafft - im mittelpunkt unserer kommunikation zu stehen und somit ihren alten, neuen namen ein noch größers plätzchen zwischen unseren synapsen zu geben.
fusion: http://de.wikipedia.org/wiki/Fusion_(Wirtschaft)
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