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von rené götzenbrugger // um 22:55 uhr gab es damals bessere dinge als heute? waren die zeiten wirklich erträglicher noch ohne unseren heutigen stand der technik? vermisst irgendjemand da draußen tonträger wie die cassette? oder geht es hier um ganz andere ziele?

derzeit sieht man immer öfter diverse grußelstücke, die seit geraumer zeit kein europäischer mensch tatsächlich vermisst. doch da holen produzenten die gute alte wählscheibe oder die allzeit verfluchte cassette aus der hintersten schublade von den dingen, die wirklich keiner mehr braucht. sie zaubern dauraus produkte, die zwar an die anno dazumal errinnern, die aber gefüllt mit heutiger technik sind und uns freude machen sollen. eine art der nostalgie - aber nur visuell.

in diversen produkten finden sich derzeit vielleicht weniger überspitzt, visuelle facetten zu interessanten epochen um bewusst visuelle elemente aufzunehmen und die damit belegten werte in die identität heutiger produkte zu transportieren.
noch anfang des neuen jahrtausends sah man schnell, dass die siebziger nochmal kommen - in der kleidung sowie im möbelbereich. doch derzeit passiert etwas weitfächerndes, interessates: diverse epochen finden in der heutigen zeit ihre berechtigung und bilden parallel einen neuen zeitgeist: die multiepoche.

wir haben es uns heute verdient, sind bereits multilingual und mulitkultis - jetzt werden wir die bürger über alle epochen und nehmen uns das beste und das wesentliche aus allen zeitaltern. so legitimieren sich derzeit und in naher zukunft jegliche inspirationsmöglichkeiten aus zwei- oder mehr jahrtausenden der menschheit - und das, was gerade den anschein macht, nicht in die heutige zeit zu passen ist ein besonderer indikator für einen trend.

blogpost links: dazu auch, retro ist der trend des jahres
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