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von rené götzenbrugger // um 22:50 uhr
im graustich - büro für gestaltung ist der designer während des produktdesignprozess immer wieder im auftrag des kunden auf der suche nach neuen konzepten, formen, materialien etc.. kurz gesagt: auf der suche nach neuen ideen. diese müssen letztendlich das produkt, in seiner nutzung und in seinem kontext, konformer an die bedürfnisse des käufers anpassen - dann kauft er gerne.

oft werde ich von außen stehenden gefragt wie man nur auf diese vielen ideen kommt. antwort: dahinter steht ein gut organisierter arbeitsprozess: da die projekte immer in einem vordefinierten zeit und kostenrahmen ablaufen. doch der ideenfindungs- oder auch konzeptionsprozess unterliegt verschiedener herangehensweisen. unter anderem gibt es hierfür sehr viele bausteine die genutzt werden können, die nicht "gott gegeben" oder "mit der muttermilch gefüttert" wurden: unzählige kreativtechniken, workshops, inspirationsmethoden, mind mapping und sturkturierte abläufe führen zum ergebniss....

letztendlich liegt jedoch ein großteil der arbeit daran, sich kreativ, oder auch schöpferisch zu trainieren. kreativität ist dabei also nichts anderes als eine erlernbare eigenschaft.
kreativ sein bedeutet laut "kreativ podcast des swr2" schöpferisch zu sein, hervobringend, wachsend. kreativitätswissenschaftler sprechen hölzern von einem amalgam aus problemsensitivität und ideenflüssigkeit flexibilität und originalität.

das sich kreativität nicht instrumentalisiseren lässt beschreibt howard gardner in seinem buch "so genial wie einstein". betätigungen um des puren freiwilligen willens führen häufiger zu kreativen problemlösungen als eine aktivität die von außen honoriert wird: sie schmälert sogar die kreativität.

doch wie kann das in der praxis aussehen?
folgendes szenario: sie sind beim kunden und sehen folgendes bild:


bei einem redesign für solch ein zunächst vermeindlich langweiliges produkt würde man zb. mit einer millieu- oder expertenumfrage unter hobbyköchen beginnen: die frage: wie kann man ein hähnchen unkonventionell aber besonders gut zubereiten?
eventuell würde man unter anderem auf folgende lösung stoßen:
das bierdosenhähnchen.
allein durch diese beobachtung entstehen beim geschulten kreativen unzählige varianten für den neuen hähnchenbrater....tauschen sie einfach die bierdose durch all die gegenstände aus, die formal ähnlich erscheinen. 

dieses einfache beispiel beschreibt auch die stänige ursprüngliche kraft im menschen sich radikal lustvollen anstrengungen auszusetzen um sich zumindest formal kreativ zu bilden.

rein inhaltlich gilt es die funktion zu verbessern: handhabung und natürlich in diesem fall: geschmack: was jetzt schon besser schmeckt? entscheide selbst:
peho.typepad.com/chili_und_ciabatta/2005/05/bierdosenhhnche_1.html www.roemertopf.de/roemertopf_klassik/gefluegel.htm


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