von rené götzenbrugger // um 17:28 uhr "böse dinge - eine enzyklopädie des ungeschmacks" heißt eine aktuelle ausstellung die bis zum 11. januar in berlin im Museum der dinge zu sehen ist.
ein 100 jahre altes system zur kategorisierung von geschmacksverirrungen ist hier auftraggeber einer sehenswerten sammlung. hier sind dinge nicht nur einem geschmacksurteil unterworfen, sondern eine ethisch motivierte bewertung ihrer herstellung, konstruktion und erscheinung wurden hier vorgenommen.
"wollen wir erkennen, worin der gute geschmack besteht, müssen wir zuerst den schlechten geschmack beseitigen."
mit diesem ziel eröffnete der museumsdirektor gustav e. pazaurek bereits 1909 im stuttgarter landesgewerbemuseum seine "abteilung der geschmacksverirrungen". er entwickelte dafür eine komplexe systematik zur einordnung von gestaltungsfehlern aller art, um sie am gegenstand selbst zu entlarven. entsprechend der philosophie des deutschen werkbunds ging pazaurek von einem starken einfluss der dinge auf den menschen aus, im ästhetischen wie ethisch-moralischen sinne.
böse dinge. eine enzyklopädie des ungeschmacks bis zum 11. januar 2010 werkbundarchiv – museum der dinge oranienstraße 25 D-10999 berlin