von rené götzenbrugger // um 14:28 uhr wer für produktdesigner oftmals inbegriff von horror ist, greift nun auch nach dem grafik-designer, insbesondere wirft er schamlos dem gebildeten typografen den federhandschuh ins gesicht. ikea holt zum gestalterischen rundumschlag in der fachwelt von versalien und spatzionierung aus: "ein trauriger moment" sagen die einen, "ein wichtiger schritt in der markenkommunikation" sagen die anderen.
ikea schafft ihre "wertvolle" hausschrift futura ab und setzt anstelle dessen die 0815, umsonst-computer und onlineschrift verdan ein. billig zu billig? oder ist eine billige schrift einfach keine gute schrift ? in diversen fachforen zerfleischen sich gelehrte und belehrende- in petitionen werden unterschriften gegen die schön klingendeverdana gesammelt. ikea hat es schon wieder geschafft und polarisiert.
ob "du" kötbular magst oder nicht, ob die holzlosen möbel schön dafür kurzlebig sind oder nicht und ob ikea aus schweden kommt oder doch aus china ist mittlerweile egal. ikea ist inbegriff für haushaltsmöbel und hat mit weltweit ca. 120.000 mitarbeitern bei etwa 20 mrd. umsatz mehr als nur kultstatus erreicht. der weltkonzern stellt bereits 90.000 arbeitsplätze allein in europa.
der größte erfolg von ikea war auch immer die kommunikation, sich selbst auf die "schippe" nehmen und alles ein wenig leichter halten als die anderen. nachahmer des konzeptes ikea gibt es weltweit. man darf also darauf warten wann die anderen großen nachziehen und teure lizenzen für viele arbeitsplätze nicht mehr zahlen möchten.vielleicht ist dies auch ein kleiner hinweis an die großen schriftenverkäufer, die natürlich ihre geleistete urheberrechtliche arbeit bezahlt haben möchten aber im trend von open source ihre wirtschafts-systeme zukünftlich überdenken müssen.